25.10.2008 15:47 (1418 x gelesen)
Herrliberg Besuch bei Steinlin Schmuck & Objekte
«Stimmen Funktion und Form, ist es perfekt»
Bei Steinlin Schmuck & Objekte in Herrliberg wird Hochwertiges angefertigt und repariert. Ein Firmenporträt gibt Einblick in die glänzende Welt eines Gold- und Silberschmied-Ehepaars.
Andreas Faessler
In den Vitrinen glänzt und funkelt es. Blitzblank poliertes Silber und Gold widerspiegelt das eintretende Tageslicht. Hinter dem Eingang tritt man zuerst in eine Werkstatt. dann folgt der Showroom. Diesem folgt eine zweite Werkstatt. Alles befindet sich im selben Raum auf insgesamt 140 Quadratmetern. Und so wird deutlich: Was hier verkauft wird, entsteht auch hier.
25 Jahre sind es nun her. seit der Silber- und Goldschmied Robert Steinlin sein Atelier an der Felsenaustrasse in Herrliberg bezogen hat. 1980 hatte er bei Winterthur in einer eigenen Werkstatt sein berufliches Handwerk begonnen. Drei Jahre später folgte der Umzug und Ausbau seines Betriebs.
Gold berührt die Haut
Zusammen mit seiner Frau Imelda hat Robert Steinlin in Herrliberg ein kleines Reich geschaffen. Das Angebot umfasst in erster Linie Schmuck, Gebrauchsobjekte und Tierfiguren, alles aus Silber und Gold. Diese werden hier nicht nur hergestellt, sondern auch repariert und restauriert. Umarbeiten an bestehenden Objekten werden ebenfalls vorgenommen. Schmuck und Silbergegenstände werden bei Steinlins auf Kundenwunsch angefertigt. «Wir können für jedes Budget etwas bieten», sagt Robert Steinlin. Sei es für den gut betuchten oder den «normalen» Kunden.
Robert Steinlin holt einen massiven Fingerring aus der Vitrine. Er ist mit einem riesigen eingefassten Rauchquarz besetzt, ein wahrer Hingucker. «Bei Schmuckstücken aus Gold und Silber, hauptsächlich bei Fingerringen, berührt ausschliesslich Gold die Haut und den Stein», sagt Steinlin. «Das ist eine der Besonderheiten bei uns.» Die Steine und Perlen werden nicht hier angefertigt, sie werden eingekauft. Es sei ein gut funktionierendes Netzwerk mit den Lieferanten. Dies ermögliche es, dem Kunden auch den ausgefalleristen Wunsch zu erfüllen, erklärt Steinlin.
Ein weiterer Teil des Sortiments sind Tafelsilber sowie elegante Silberobjekte wie Schalen und Kerzenhalter. Sie eignen sich besonders für moderne Wohnkonzepte mit viel Raum und Licht. Aber nur zur Dekoration sind diese Gegenstände nicht gedacht. «Jedes Objekt erfüllt eine Funktion, und diese muss vollumfänglich gewährleistet sein. Erst wenn Form und Funktion stimmen, ist es perfekt», sagt das Ehepaar einstimmig. Einzig die Tierfiguren sind reine Dekorationsobjekte. Kleine Elefanten, Pferde. Fische und Nashörner aus Silber stehen in einer grossen Vitrine. «Wir können auf Wunsch jedes erdenkliche Tier anfertigen», sagt Imelda Steinlin.
Für das Ehepaar steckt hinter jedem einzelnen Gegenstand eine Grundphilosophie. So wie früher die Kreationen den Vorgaben der jeweiligen Stilrichtung - sei es Romanik, Gotik oder Barock - folgten, so entstehen die Designs heutzutage aus einer persönlichen Geisteshaltung heraus. Aus der Beantwortung der Fragen «Wer bin ich, und was will ich?» entstehe eine Gesinnung, welche das Schaffen einer individuellen Form ermöglicht.
Ein besonderer Service
Eine spezielle Dienstleistung des Ateliers Steinlin besteht in der Anfertigung von Kopien antiker Objekte oder deren Reparatur. Imelda Steinlin nimmt ein Foto aus der Schublade. Es zeigt die authentische Nachbildung des goldenen Federhutes Karls des Kühnen, der von Steinlins anhand Abbildungen und Beschreibungen aufwändig rekonstruiert wurde. Der prächtige Hut war kürzlich im Rahmen einer Wanderausstellung über Karl den Kühnen in Bern zu sehen. Auf einem anderen Foto ist die Kopie eines gotischen Prunkbechers abgebildet.
Auf diesem Fachgebiet ist Steinlins Werkstatt landesweit führende Anbieterin und zählt namhafte Museen und Auktionshäuser zur Kundschaft. Auch die Zürcher Zünfte nehmen Steinlins Service in Anspruch. So stehen auf der Werkbank silberne Zunftbecher zur Bearbeitung bereit.
Während Robert Steinlin einen Zunftbecher in die Hand nimmt, arbeitet seine Frau am anderen Ende der Werkbank an einer Silberkette.
Zürichsee-Zeitung rechtes Ufer, Samstag 25. Oktober 2008, Seite 2
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